Die Theorie als gewaltfreier Raum?

Die soziologische Theorie ist ein Paradies – ein gewaltfreier Raum, in dem rationale Akteure unterwegs sind oder Leute, die in Alltagspraktiken engagiert sind oder oder… Aber Gewalt wird vom Personal, das die soziologischen Theorien bevölkert, eigentlich nicht angewendet. Gegen diesen “methodologischen Pazifismus” der Sozialtheorie wendete sich Teresa Koloma Beck in ihrem Workshop: “Jenseits des methodologischen Pazifismus. Zum Gewaltverhältnis der Gesellschaftswissenschaften”. Der methodologische Pazifismus führt dazu, dass Gewalt dasjenige ist, was woanders von anderen ausgeübt wird. Gewalt ist etwas für die Unterschichten und die Kriminellen, für politisch rückständige und religiöse Fanatiker. Aber wie kann man Gewalt denken, ohne gleich an die ganz anderen oder ganz katastrophale Zustände zu denken? Hier hat der Workshop neue Perspektiven vorgestellt, die engagiert, wenn auch weitgehend gewaltfrei, diskutiert wurden.