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Über diesen Blog.

Hier schreiben Wissenschaftler*innen der Universität Oldenburg und Gastautor*innen darüber, wie sich Gesellschaften selbst wahrnehmen und thematisieren, sich ihrer jeweiligen Gegenwart vergewissern und dabei in die Zukunft entwerfen.

Wie stehen diese Selbstwahrnehmungen und -entwürfe mit Institutionen, Medien und Techniken zur Gestaltung von Natur, Gesellschaft und Subjektivität in Verbindung? Wie modellieren sie den lebensweltlichen Alltag und halten Menschen zu einem bestimmten Verhalten an? Wie werden diese Interventionen in das Gegebene begründet und legitimiert, aber auch kritisiert, verworfen oder unterlaufen?

Diesen Fragen, deren interdisziplinäre Reflexion eines der zentralen Anliegen des Wissenschaftlichen Zentrums „Genealogie der Gegenwart“ ist, gehen die Blogger aus unterschiedlichen Fachperspektiven und Tätigkeitszusammenhängen mit Blick auf kontrovers verhandelte Themen wie Migration, Ungleichheit, Digitalisierung, Kriminalität, Gesundheit und Ökologie nach.

15.06.2015
Archiv

„Prävention, Intervention und Responsibilisierung“

von Team

Workshop: Prävention, Intervention und Responsibilisierung. Zur Genealogie und kulturellen Wirksamkeit von Gegenwartsdiagnosen

Der Workshop befasst sich aus geschichtswissenschaftlicher, soziologischer, kulturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive mit der „Genealogie“ (Foucault) und „kulturellen Wirksamkeit“ (Koschorke) von Gegenwartsdiagnosen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungszusammenhängen wie dem Gesundheitswesen, dem Arbeitsmarkt oder der Umweltpolitik – nimmt also Fragen auf, wie wir sie im Rahmen des WiZeGG entwickelt haben. Entsprechend begreifen wir Gegenwartsdiagnosen als performative Elemente der Praxis in dem Sinne, als sie a) die Praxis (implizit) anleiten, b) als ein auf Wandel zielender Appell fungieren oder c) selbst als (Elemente oder Entwürfe) der Praxis wirksam werden können – und so als Organon der kulturellen Selbsttransformation fassbar werden. So drückt sich etwa am menschlichen Umgang mit „Naturgefahren“ seit dem 18. Jahrhundert eine spezifische Haltung gegenüber der Zukunft aus, die man nicht mehr passiv auf sich zukommen ließ, sondern aktiv – als präventive Herstellung von Sicherheit – zu bearbeiten versuchte. Vor diesem Hintergrund formte sich seit den 1970er Jahren die gesellschaftliche Sensibilisierung für ökologische Fragen in Transformationsszenarien aus, die das menschliche Zusammenleben im Zeichen ökonomischer wie ökologischer „Nachhaltigkeit“ projektieren. In vergleichbarerer Weise etablierten sich in der Arbeitswelt und dem Gesundheitswesen Konzepte, die darauf abgestellt sind, den Einzelnen als „selbstverantwortliches“ Subjekt einer zur „Präventionsgesellschaft“ rekonfigfurierten „Risikogesellschaft“ zu konstitutieren.

In dem Workshop soll es weniger darum gehen, elaborierte Forschungsergebnisse vorzustellen, als vielmehr Forschungsansätze (insbesondere den „Mehrwert“ eines genealogischen bzw. praxeologischen Zugangs) zu diskutieren und aus der eigenen Forschungswerkstatt zu berichten. Das Format sieht einen kurzen Input z.B. auf der Grundlage eines zuvor eingereichten Textes mit anschließender Diskussion entlang der oben skizzierten Fragestellung (insbesondere hinsichtlich der performativen Dimension von Gegenwartsdiagnosen unter den Aspekten der Prävention, Intervention und Responsibilisierung) vor.

OrganisatorInnen Nikolaus Buschmann, Malte Thießen, Rea Kodalle in Kooperation mit Nicolai Hannig (Ludwig-Maximilians-Universität München),
TeilnehmerInnen Matthias Leanza (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Frieder Vogelmann (Universität Bremen), Yen Sulmowski (Leuphana Universität Lüneburg) sowie aus Oldenburg Maxi Berger, Tomke Hinrichs, Christoph Haker, Nico Lüdke, Isabel Schnieder

Termin 1. Juli 2015, ab 19 Uhr: GET TOGETHER in der Caldero Bar, Am Markt 23, 26122 Oldenburg, Telefon: 0441-36137080
2. Juli, 10 – 18 Uhr: Workshop, Raum A03 1-109

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