Albrecht Koschorke, Hegel und wir

IMG_2811_Koschorke_WorkshopIm Workshop mit Albrecht Koschorke, Literaturwissenschaftler und Leibniz-Preisträger, war der Zusammenhang von Narrativen und Moderne-Konzepten das zentrale Thema. Anhand eines bisher unveröffentlichten Textes zu Hegels Geschichtsphilosophie diskutierten Mitglieder des Wizegg mit Albrecht Koschorke über Erzählformen, die nicht nur Hegels Entwurf der Geschichte bestimmen, sondern auch etwa als Fortschritts- oder Entwicklungsnarrativ die Selbstbeschreibung der westeuropäischen Moderne dominieren.

Aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen ging es dabei sowohl um Formen der Literatur-, Musik-, historiographischen Geschichtsschreibung, wie um die Beharrungskraft von Narrativen, die sich zum Teil gegen reale Erfahrungen behaupten und Ausschlussprozesse initiieren können. Für letztere war Hegels Verortung des Weltgeistes und damit des Fortschritts in Nordeuropa mit dem dezidierten Ausschluss Afrikas ein besonders eindrückliches Beispiel. Im Gespräch ging es nicht so sehr um Hegels philosophisches System als vielmehr um die Narrative, die er sowohl aus der Aufklärung wie auch aus älteren Traditionen übernommen und zusammengefügt hat und die Koschorke als sehr einflussreich für die Selbstbeschreibungen der Moderne einschätzte. Dabei erwies sich dieser Blick auf die Selbstbeschreibungen der Moderne verstanden als Erzählformen im Kontext des WizeGG als eine ebenso inspirierende wie produktive Perspektive.

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