Bilder des Unheils. Zum Umgang mit Naturgefahren seit 1800

Vortrag von Dr. Nicolai Hannig, 02.12.2014, 18-20 Uhr, BIS-Saal

Naturgefahren und Risiken sind ein fester Bestandteil der gesamten Menschheitsgeschichte. Der Schutz vor diesen Extremsituationen, deren Bewältigung, aber auch Überwältigung gehören seit jeher zu den Bedingungen gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Zulauf auf die Gegenwart vermag der Mensch jedoch immer weniger selbst für seinen Schutz zu sorgen, sondern überantwortet dies entsprechenden Einrichtungen. Der menschliche Wunsch nach Vorsorge veränderte sich und mit ihm die Ansprüche an staatliche Maßnahmen und Garantien. Gleichsam richtete sich die gesellschaftliche und individuelle Beziehung zur Natur neu aus: Neue Formen der Bewirtschaftung von Ängsten entstanden, die sich in immer neuen technischen Vorkehrungen, Schutzkommissionen, Versicherungsprodukten und Notfallreserven niederschlugen.
Die Herstellung von Sicherheit, die Suche nach Schutz und das präventive Handeln sind dabei als Variationen ein und derselben Haltung gegenüber der Zukunft zu denken, die man nicht mehr passiv auf sich zukommen ließ, sondern aktiv zu bearbeiten versuchte. Der Vortrag spürt den menschlichen Umgangsformen mit Naturgefahren nach und rückt dabei zeitgenössische Bildwelten seit 1800 in den Vordergrund.

Dr. Nicolai Hannig ist Akademischer Rat auf Zeit am Historisches Seminar (Abt. für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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