AutorInnenworkshop

Kurzmitteilung

Seit gestern tagen, großzügig finanziert durch die Fritz Thyssen Stiftung, AutorInnen des geplanten Bandes “Gegenwartsdiganosen. Kulturelle Formen gesellschaftlicher Selbstproblematisierung in der Moderne”:

2017-04-06 09.34.14

  • Prof. Dr. Thomas Alkemeyer
  • Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer
  • Dr. Nikolaus Buschmann
  • Prof. Dr. Martin Butler
  • Prof. Dr. Thomas Etzemüller
  • Prof. Dr. Frank Hillebrandt
  • Prof. Dr. Johann Kreuzer
  • Prof. Dr. Achim Landwehr
  • Dr. Anna Langenbruch
  • Prof. em. Dr. Dieter Langewiesche
  • Dr. Matthias Leanza
  • Dr. Timo Luks
  • Prof. Dr. Paul Mecheril
  • Dr. Fran Osrecki
  • Dr. Hanno Pahl
  • Dr. Tobias Peter
  • Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer
  • Prof. Dr. Uwe Schimank
  • Dr. Tobias Schlechtriemen
  • Prof. Dr. Eckhard Schumacher
  • Dr. Frieder Vogelmann
  • Dr. Ute Volkmann
  • PD Dr. Anja Zimmermann

Transkulturelle Mehrfachzugehörigkeiten: Räume, Materialitäten, Erinnerungen

Kurzmitteilung

Transkulturelle Mehrfachzugehörigkeiten: Räume, Materialitäten, Erinnerungen

Internationale und interdisziplinäre Konferenz des DFG Graduiertenkollegs 1608/2 Selbstbildung. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive und des Wissenschaftlichen Zentrums Genealogie der Gegenwart.

Veranstaltungsort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 4.-6. Februar 2016
Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Dagmar Freist, Prof. Dr. Sabine Kyora und Prof. Dr. Melanie Unseld
Kontakt und Anmeldung: Marta Mazur, selbstbildungen@uni-oldenburg.de

Den Flyer zur Konferenz können Sie sich hier anschauen und herunterladen: Flyer Konferenz.

Zugehörigkeiten, so eine der gesellschaftstheoretischen Grundannahmen, bestehen immer in Relation zu etwas, und lassen sich in historischer Perspektive institutionell (Vereine, Verbände etc.), sozial (Milieus, Gruppen), kulturell (Religion, Musik, Kunst, Literatur) und rechtlich (Territorien, Nation) sowie medial (Briefnetzwerke, Internetforen) umschreiben und ableiten. Zugehörigkeiten haben eine hohe Relevanz für die Selbstverortung von Personen und ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung. Weiterlesen

Pressemitteilung zum Workshop “Genealogie des Subjekts”

Kurzmitteilung

Pressemitteilung zum Workshop “Genealogie des Subjekts” (01.-03.12.2015):
Wie Menschen in Europa und Japan sich selbst sehen

Experten-Workshop an der Universität – Auch verändertes japanisches Selbstverständnis nach Fukushima ist ein Thema

Oldenburg. Wie sieht der Mensch sich selbst, wie sieht er sich in Bezug auf die Welt – und welche Unterschiede gibt es diesbezüglich zwischen der europäischen und der japanischen Perspektive? Diesen Fragen nähern sich deutsche und japanische ExpertInnen aus Philosophie, Soziologie, Geschichte und Kulturwissenschaften in einem gemeinsamen Workshop an der Universität Oldenburg vom 1. bis 3. Dezember an. Veranstalter sind das Wissenschaftliche Zentrum “Genealogie der Gegenwart” der Universität und das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Oldenburger Graduiertenkolleg “Selbst-Bildungen”. Ziel ist es, Subjektivität aus genealogischer Perspektive zu betrachten, also die Entstehung von Selbst- und Weltbildern aus sozialen, geistesgeschichtlichen und kulturellen Konstellationen heraus zu untersuchen.
Die Workshop-TeilnehmerInnen – eine sechsköpfige Delegation von drei japanischen Universitäten sowie etwa 30 Oldenburger ProfessorInnen, Post-Docs und Promovierende – werden etwa Unterschiede im Kultur- und Körperverständnis erörtern. So gibt es im Japanischen kein autonomes “Ich”, schon die Sprache macht immer einen Bezug zu anderen deutlich. Die europäische Tradition der Aufklärung hingegen schreibt dem Subjekt eine größere Autonomie, eine Freiheit des Willens und Handelns zu. Der Workshop “Genealogie des Subjekts” beleuchtet in diesem Sinne die Handlungsmacht des Einzelnen, seine Einbettung in politische Hierarchien oder gesellschaftliche Konventionen ebenso wie die Befähigung, diese zu kritisieren und zu überschreiten. Auch das veränderte japanische Selbstverständnis nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 wird Thema sein.
Die Kooperation zwischen den Universitäten Oldenburg und Sendai (Japan) besteht seit 2010, initiiert vom Oldenburger Soziologen und Sportsoziologen Prof. Dr. Thomas Alkemeyer und dem japanischen Delegationsleiter Prof. Keiichi Komatsu, Philosoph und Kant-Experte an der Sendai University. Zum Auftakt des Workshops wird der Oldenburger Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper die japanischen Gäste begrüßen. Neben dem wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Universitäten existiert ebenfalls ein Studierendenaustausch.

Kontakt:
Dr. Nikolaus Buschmann, Tel.: 0441/798-4690, E-Mail: nikolaus.buschmann@uni-oldenburg.de
Rea Kodalle, Tel.: 0441/798-5481, E-Mail: rea.kodalle@uni-oldenburg.de

Workshop „Genealogie des Subjekts“

Kurzmitteilung

Workshop „Genealogie des Subjekts“

Subjektivität aus genealogischer Perspektive zu betrachten, bedeutet seine Entstehung aus sozialen, geistesgeschichtlichen und vor allem auch kulturellen Konstellationen heraus zu untersuchen. Diesem Verständnis folgend soll in dem Workshop nach dem Wechselverhältnis europäischer und japanischer Perspektiven auf Subjektivierungsverständnisse gefragt werden. Die philosophische Geschichte und der Begriff von Subjektivität werden vorgestellt und an empirischen Themen wie dem jeweiligen Kultur- und Körperverständnis ausgeführt. Auch die Veränderung des japanischen Selbstverständnis nach der Katastrophe von Fukushima wird hinterfragt.

Der Workshop findet vom 01. bis zum 03.12.2015 statt.

Es wird um ANMELDUNG unter wizegg@uni-oldenburg.de gebeten.

 Weiter Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm.

„Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“

Kurzmitteilung

„Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“

Ein von Prof. Dr. Johann Kreuzer und Bianca Pick organisierter Workshop.

  • mit Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung) und PD. Dr. Christian Schneider (Universität Kassel, Institut für Psychoanalyse)
  • am 25.11.2015, 9:30-13:00 Uhr in Raum A3 1-109 (DFG-GRK “Selbst-Bildungen”)
  • Anmeldung erforderlich bei Bianca Pick (Bianca.Pick@uni-oldenburg.de)

„Generationenforschung konnte in den letzten zehn Jahren vor allem durch den interdisziplinären Austausch in theoretischer wie konzeptioneller Hinsicht an Substanz gewinnen. Ungeachtet gravierender fachlicher Unterschiede ist der Generationenbegriff mittlerweile ein wissenschaftlicher Grundbegriff, auf den trotz einer gewissen Unschärfe immer wieder gern zurückgegriffen wird. Hinsichtlich der theoretischen Grundannahmen kommt der Vorstellung transgenerationeller Prozesse und ihrem Transfer in andere Fachdisziplinen und Forschungskontexte eine besondere Relevanz zu. Analytisch war und ist das nicht nur vorteilhaft. Die Komplexität eines transgenerationellen Konzeptes, das im »Drama des Ödipus« eine konflikthafte generationelle Verstrickung mit Wiederholungszwang identifiziert, verkümmert regelmäßig zu einer Prägungstheorie, die sich zudem aus ihrem therapeutischen Setting kaum zu lösen vermag. Zu fragen wäre, ob in der Differenz zwischen der Analyse von Eltern-Kind-Interaktionen und einer kulturgeschichtlich orientierten Generationentheorie ein gesellschaftstheoretischer Mehrwert liegt, der auch fachübergreifend von Interesse wäre. Hiervon könnten auch die doch weitgehend ausgereizten Ansätze zur kulturellen Gedächtnistheorie und zur intergenerationellen Tradierung von Geschichtsbewusstsein profitieren. Aufschlussreich scheint zudem die Frage, warum Transgenerationalität als kulturelles Transferkonzept vor allem im Kontext der Holocaustforschung seine enorme Attraktivität entfaltete.“

Textgrundlage (wird von Bianca Pick an alle Angemeldeten verschickt)
Schneider, Christian (2004): Der Holocaust als Generationsobjekt. Generationengeschichtliche Anmerkungen zu einer deutschen Identitätsproblematik. Mittelweg 36(13), 56-73.

Am Vorabend des Workshops trägt PD Dr. Christian Schneider im Rahmen der Ringvorlesung “Prozesse der Anerkennung” des DFG-GRK “Selbst-Bildungen” vor.

VORTRAG
„Die Lebenden und die Toten“
24.11.2015, 18:00 Uhr BIS-Saal

“Das Ideal aller Anerkennungsprozesse ist eine auf vollkommener Wechselseitigkeit der Partner beruhende kommunikative Symmetrie. Ich möchte zwei asymmetrische Kommunikationsprozesse in den Blick nehmen, die gleichwohl nicht vollständig ohne den Aspekt der Wechselseitigkeit auskommen. Zum einen den Dialog zwischen dem Erwachsenen und dem Kind; zum anderen möchte ich dem Problem nachgehen, ob ein Anerkennungsdiskurs sui generis über die Lebensgrenze hinaus denkbar sei.
Trauer ist in der Psychoanalyse als Akt der Anerkennung eines Verlusts konzipiert. Die Trauer um einen Verstorbenen besteht wesentlich darin, Stück für Stück die Besetzung von ihm als signifikantem Objekt abzuziehen und damit psychisch den Verlust zu ratifizieren. Freud hat diesen Prozess in ein enges Korsett von Arbeit („Trauerarbeit“) eingebunden, das die dialogische Seite dieses Prozesses weitgehend außer Acht läßt.
In meinem Beitrag versuche ich, die Möglichkeiten und Aporien zu diskutieren, die entstehen, wenn man den kommunikativen Gehalt des Trauerns als besondere Form eines dialogischen Anerkennungsprozesses versteht, der das Problem der Intersubjektivität vom Paradigma der leibhaft lebendigen Wechselseitigkeit ablöst.”

Ringvorlesungen und Workshops im Wintersemester 15/16

Kurzmitteilung

Ringvorlesungen und Workshops im Wintersemester 15/16

In diesem Wintersemester veranstaltet das WiZeGG gemeinsam mit dem DFG-Graduiertenkolleg “Selbst-Bildungen” eine Ringvorlesung, zu der jeweils abends von 18:00-20:00 Uhr in den BIS-Saal der CVO Universität eingeladen wird.

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Die Workshops sind im Wintersemester an die Ringvorlesung “Genealogie der Gegenwart”gekoppelt, das heißt alle GastreferentInnen halten an dem ersten Tag Ihres Aufenthalts einen öffentlichen Vortrag und vertiefen am zweiten Tag ihren Ansatz in Form eines Workshops. Während die Vorträge einer eher überblicksartigen Einführung in Forschungsgegenständ und -perspektiven dienen, stehet in den Workshops die konkrete Vorgehensweise im Zentrum. Hier werden an den jeweiligen Gegenständen methodische Fragen erörtert, eine gemeinsame Begriffsarbeit vorgenommen und sich mit Material (Bilder, Fotos, Dokumente, Videos) auseinandergesetzt.

Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums.

Das Programm der Ringvorlesung kann auch hier heruntergeladen werden: Programm Ringvorlesung

„Vergegenwärtigungen: Semantiken, Gesellschafts- und Zeitordnungen von und durch Gegenwartsdiagnosen”

Abschlusskommentar zum Workshop „Gegenwartsdiagnosen. Modellierungen der Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive“ in Oldenburg, 08.-10.10.2015

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In meinem Abschlusskommentar möchte ich uns gewissermaßen „vergegenwärtigen“, und zwar im doppelten Wortsinne. Ich konzentriere mich dabei auf drei Punkte: Es geht mir erstens um den Zusammenhang von Gegenwartsdiagnosen und Gesellschaftsordnungen, zweitens um Gegenwartsdiagnosen als Ordnungen der Zeit sowie drittens um Semantiken und eine Narratologie von Gegenwartsdiagnosen.

1. Gesellschaftsordnungen

Zunächst zum ersten Punkt, zum Zusammenhang von Gegenwartsdiagnosen und Gesellschaftsordnungen: Was also ist überhaupt jenes „Modellieren der Gesellschaft“, das unsere Tagung im Titel trägt? Thomas Etzemüller hat diesem Modellieren am Beispiel der Rassenanthropologie nachgespürt. Ihre Gegenwartsdiagnosen war demnach auch – und nicht zuletzt – ein bürgerliches Projekt oder eines der „Mittelschicht“. „Leistung muss sich wieder lohnen“ – auf diese einfache Formel brachte zuletzt Thilo Sarrazin entsprechende Abstiegs- und Überfremdungsängste, die in der visuellen Übersetzung von Bevölkerungsstatistiken als „Urne“ oder „Pyramide“ ihre Projektionsfläche finden.

Gegenwartsdiagnosen konstruieren offenbar soziale Normen, soziale Milieus, soziale Hierarchien, ja soziale Ordnungen als Ganzes. Tobias Peter hat auf unserer Tagung daher darauf hingewiesen, dass Gegenwartsdiagnosen „Sagbarkeitsräume“ eröffnen und eben auch verschließen. Gegenwartsdiagnosen sind damit immer auch ein Instrument sozialer Exklusion, Inklusion und eben nicht zuletzt: der sozialen Distinktion. Weiterlesen

Diagnostizieren und Therapieren

Notizen zum Workshop „Gegenwartsdiagnosen – Modellierungen der Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive“

Von Eckehart Velten Schäfer, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Was ist „Gegenwart“? Darauf hat zumindest die GWD Poster TürNeurowissenschaft eine klare Antwort: Ein Zeitraum von jeweils 2,7 Sekunden. Schwieriger wird es, wenn sich die Frage an die Philosophie, Geschichts-, Sozial- oder Kulturwissenschaft richtet. Meist ist mit Gegenwart dann eine Epoche oder ‚Zeit’ gemeint, in die die Gesellschaft jüngst eingetreten sei und die dann oft durch Bindestrichkonstruktionen charakterisiert wird. Solche „Gegenwartsdiagnosen“ – „Risiko-“ oder „Erlebnis-“, „Wissens-“ und „Kontroll-“ oder auch „Kreativgesellschaft“, um ein paar zu nennen – sind einmal für die Wissenschaften selbst bedeutend: Sie machen diese sozial relevant, indem sie Tendenzen, die der nichtakademische Alltagsverstand verzeichnet, aufgreifen, verdichten und an denselben zurückgeben. Sie sorgen für wissenschaftliche Dynamik wie auch gesellschaftlichen Wandel, wenn sie Diskussionen entfachen und Praktiken initiieren. Wenigstens aber dienen sie der Arbeitsbeschaffung, indem sie die Möglichkeit schaffen, alle Bücher noch einmal zu schreiben. Schon daher ist es laut Käte Meyer-Drawe (Bochum) typisch für sie, Wandel zu „dramatisieren“ und „das Überdauernde“ zu „bagatellisieren“. So lassen sich ‚Pathologien‘ aufzeigen und ‚Therapien‘ verordnen, auch wenn vielleicht gar keine ‚Revolution‘ stattfindet und kein ‚Strukturproblem‘ besteht. Ganz in diesem Sinne hielt Herbert Mehrtens (Braunschweig) entgegen so mancher Diagnose vom kreativ-impulsiven Arbeitssubjekt der Postmoderne an der „Rationalisierung“ als bis heute sozial dominierendem Dispositiv fest. Weiterlesen