Transkulturelle Mehrfachzugehörigkeiten: Räume, Materialitäten, Erinnerungen

Kurzmitteilung

Transkulturelle Mehrfachzugehörigkeiten: Räume, Materialitäten, Erinnerungen

Internationale und interdisziplinäre Konferenz des DFG Graduiertenkollegs 1608/2 Selbstbildung. Praktiken der Subjektivierung in historischer und interdisziplinärer Perspektive und des Wissenschaftlichen Zentrums Genealogie der Gegenwart.

Veranstaltungsort: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 4.-6. Februar 2016
Konzeption und Organisation: Prof. Dr. Dagmar Freist, Prof. Dr. Sabine Kyora und Prof. Dr. Melanie Unseld
Kontakt und Anmeldung: Marta Mazur, selbstbildungen@uni-oldenburg.de

Den Flyer zur Konferenz können Sie sich hier anschauen und herunterladen: Flyer Konferenz.

Zugehörigkeiten, so eine der gesellschaftstheoretischen Grundannahmen, bestehen immer in Relation zu etwas, und lassen sich in historischer Perspektive institutionell (Vereine, Verbände etc.), sozial (Milieus, Gruppen), kulturell (Religion, Musik, Kunst, Literatur) und rechtlich (Territorien, Nation) sowie medial (Briefnetzwerke, Internetforen) umschreiben und ableiten. Zugehörigkeiten haben eine hohe Relevanz für die Selbstverortung von Personen und ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung. Weiterlesen

Pressemitteilung zum Workshop “Genealogie des Subjekts”

Kurzmitteilung

Pressemitteilung zum Workshop “Genealogie des Subjekts” (01.-03.12.2015):
Wie Menschen in Europa und Japan sich selbst sehen

Experten-Workshop an der Universität – Auch verändertes japanisches Selbstverständnis nach Fukushima ist ein Thema

Oldenburg. Wie sieht der Mensch sich selbst, wie sieht er sich in Bezug auf die Welt – und welche Unterschiede gibt es diesbezüglich zwischen der europäischen und der japanischen Perspektive? Diesen Fragen nähern sich deutsche und japanische ExpertInnen aus Philosophie, Soziologie, Geschichte und Kulturwissenschaften in einem gemeinsamen Workshop an der Universität Oldenburg vom 1. bis 3. Dezember an. Veranstalter sind das Wissenschaftliche Zentrum “Genealogie der Gegenwart” der Universität und das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Oldenburger Graduiertenkolleg “Selbst-Bildungen”. Ziel ist es, Subjektivität aus genealogischer Perspektive zu betrachten, also die Entstehung von Selbst- und Weltbildern aus sozialen, geistesgeschichtlichen und kulturellen Konstellationen heraus zu untersuchen.
Die Workshop-TeilnehmerInnen – eine sechsköpfige Delegation von drei japanischen Universitäten sowie etwa 30 Oldenburger ProfessorInnen, Post-Docs und Promovierende – werden etwa Unterschiede im Kultur- und Körperverständnis erörtern. So gibt es im Japanischen kein autonomes “Ich”, schon die Sprache macht immer einen Bezug zu anderen deutlich. Die europäische Tradition der Aufklärung hingegen schreibt dem Subjekt eine größere Autonomie, eine Freiheit des Willens und Handelns zu. Der Workshop “Genealogie des Subjekts” beleuchtet in diesem Sinne die Handlungsmacht des Einzelnen, seine Einbettung in politische Hierarchien oder gesellschaftliche Konventionen ebenso wie die Befähigung, diese zu kritisieren und zu überschreiten. Auch das veränderte japanische Selbstverständnis nach der Atomkatastrophe von Fukushima 2011 wird Thema sein.
Die Kooperation zwischen den Universitäten Oldenburg und Sendai (Japan) besteht seit 2010, initiiert vom Oldenburger Soziologen und Sportsoziologen Prof. Dr. Thomas Alkemeyer und dem japanischen Delegationsleiter Prof. Keiichi Komatsu, Philosoph und Kant-Experte an der Sendai University. Zum Auftakt des Workshops wird der Oldenburger Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper die japanischen Gäste begrüßen. Neben dem wissenschaftlichen Austausch zwischen beiden Universitäten existiert ebenfalls ein Studierendenaustausch.

Kontakt:
Dr. Nikolaus Buschmann, Tel.: 0441/798-4690, E-Mail: nikolaus.buschmann@uni-oldenburg.de
Rea Kodalle, Tel.: 0441/798-5481, E-Mail: rea.kodalle@uni-oldenburg.de

Workshop „Genealogie des Subjekts“

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Workshop „Genealogie des Subjekts“

Subjektivität aus genealogischer Perspektive zu betrachten, bedeutet seine Entstehung aus sozialen, geistesgeschichtlichen und vor allem auch kulturellen Konstellationen heraus zu untersuchen. Diesem Verständnis folgend soll in dem Workshop nach dem Wechselverhältnis europäischer und japanischer Perspektiven auf Subjektivierungsverständnisse gefragt werden. Die philosophische Geschichte und der Begriff von Subjektivität werden vorgestellt und an empirischen Themen wie dem jeweiligen Kultur- und Körperverständnis ausgeführt. Auch die Veränderung des japanischen Selbstverständnis nach der Katastrophe von Fukushima wird hinterfragt.

Der Workshop findet vom 01. bis zum 03.12.2015 statt.

Es wird um ANMELDUNG unter wizegg@uni-oldenburg.de gebeten.

 Weiter Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm.

„Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“

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„Transgenerationalität. Entwürfe und Gegenentwürfe zu einem Mechanismus der kulturellen Weitergabe“

Ein von Prof. Dr. Johann Kreuzer und Bianca Pick organisierter Workshop.

  • mit Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung) und PD. Dr. Christian Schneider (Universität Kassel, Institut für Psychoanalyse)
  • am 25.11.2015, 9:30-13:00 Uhr in Raum A3 1-109 (DFG-GRK “Selbst-Bildungen”)
  • Anmeldung erforderlich bei Bianca Pick (Bianca.Pick@uni-oldenburg.de)

„Generationenforschung konnte in den letzten zehn Jahren vor allem durch den interdisziplinären Austausch in theoretischer wie konzeptioneller Hinsicht an Substanz gewinnen. Ungeachtet gravierender fachlicher Unterschiede ist der Generationenbegriff mittlerweile ein wissenschaftlicher Grundbegriff, auf den trotz einer gewissen Unschärfe immer wieder gern zurückgegriffen wird. Hinsichtlich der theoretischen Grundannahmen kommt der Vorstellung transgenerationeller Prozesse und ihrem Transfer in andere Fachdisziplinen und Forschungskontexte eine besondere Relevanz zu. Analytisch war und ist das nicht nur vorteilhaft. Die Komplexität eines transgenerationellen Konzeptes, das im »Drama des Ödipus« eine konflikthafte generationelle Verstrickung mit Wiederholungszwang identifiziert, verkümmert regelmäßig zu einer Prägungstheorie, die sich zudem aus ihrem therapeutischen Setting kaum zu lösen vermag. Zu fragen wäre, ob in der Differenz zwischen der Analyse von Eltern-Kind-Interaktionen und einer kulturgeschichtlich orientierten Generationentheorie ein gesellschaftstheoretischer Mehrwert liegt, der auch fachübergreifend von Interesse wäre. Hiervon könnten auch die doch weitgehend ausgereizten Ansätze zur kulturellen Gedächtnistheorie und zur intergenerationellen Tradierung von Geschichtsbewusstsein profitieren. Aufschlussreich scheint zudem die Frage, warum Transgenerationalität als kulturelles Transferkonzept vor allem im Kontext der Holocaustforschung seine enorme Attraktivität entfaltete.“

Textgrundlage (wird von Bianca Pick an alle Angemeldeten verschickt)
Schneider, Christian (2004): Der Holocaust als Generationsobjekt. Generationengeschichtliche Anmerkungen zu einer deutschen Identitätsproblematik. Mittelweg 36(13), 56-73.

Am Vorabend des Workshops trägt PD Dr. Christian Schneider im Rahmen der Ringvorlesung “Prozesse der Anerkennung” des DFG-GRK “Selbst-Bildungen” vor.

VORTRAG
„Die Lebenden und die Toten“
24.11.2015, 18:00 Uhr BIS-Saal

“Das Ideal aller Anerkennungsprozesse ist eine auf vollkommener Wechselseitigkeit der Partner beruhende kommunikative Symmetrie. Ich möchte zwei asymmetrische Kommunikationsprozesse in den Blick nehmen, die gleichwohl nicht vollständig ohne den Aspekt der Wechselseitigkeit auskommen. Zum einen den Dialog zwischen dem Erwachsenen und dem Kind; zum anderen möchte ich dem Problem nachgehen, ob ein Anerkennungsdiskurs sui generis über die Lebensgrenze hinaus denkbar sei.
Trauer ist in der Psychoanalyse als Akt der Anerkennung eines Verlusts konzipiert. Die Trauer um einen Verstorbenen besteht wesentlich darin, Stück für Stück die Besetzung von ihm als signifikantem Objekt abzuziehen und damit psychisch den Verlust zu ratifizieren. Freud hat diesen Prozess in ein enges Korsett von Arbeit („Trauerarbeit“) eingebunden, das die dialogische Seite dieses Prozesses weitgehend außer Acht läßt.
In meinem Beitrag versuche ich, die Möglichkeiten und Aporien zu diskutieren, die entstehen, wenn man den kommunikativen Gehalt des Trauerns als besondere Form eines dialogischen Anerkennungsprozesses versteht, der das Problem der Intersubjektivität vom Paradigma der leibhaft lebendigen Wechselseitigkeit ablöst.”

Ringvorlesungen und Workshops im Wintersemester 15/16

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Ringvorlesungen und Workshops im Wintersemester 15/16

In diesem Wintersemester veranstaltet das WiZeGG gemeinsam mit dem DFG-Graduiertenkolleg “Selbst-Bildungen” eine Ringvorlesung, zu der jeweils abends von 18:00-20:00 Uhr in den BIS-Saal der CVO Universität eingeladen wird.

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Die Workshops sind im Wintersemester an die Ringvorlesung “Genealogie der Gegenwart”gekoppelt, das heißt alle GastreferentInnen halten an dem ersten Tag Ihres Aufenthalts einen öffentlichen Vortrag und vertiefen am zweiten Tag ihren Ansatz in Form eines Workshops. Während die Vorträge einer eher überblicksartigen Einführung in Forschungsgegenständ und -perspektiven dienen, stehet in den Workshops die konkrete Vorgehensweise im Zentrum. Hier werden an den jeweiligen Gegenständen methodische Fragen erörtert, eine gemeinsame Begriffsarbeit vorgenommen und sich mit Material (Bilder, Fotos, Dokumente, Videos) auseinandergesetzt.

Die Workshops richten sich primär an die Angehörigen und Mitglieder des Zentrums sowie an die TeilnehmerInnen des WiZeGG-Kolloquiums.

Das Programm der Ringvorlesung kann auch hier heruntergeladen werden: Programm Ringvorlesung

Wie wir unsere Gegenwart beschreiben und was das auslöst

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Workshop: Wie wir unsere Gegenwart beschreiben und was das auslöst

Interessierte können sich für Workshop anmelden

Oldenburg. Einwanderungsgesellschaft, Technikgesellschaft, Kreativgesellschaft, Risikogesellschaft und viele mehr – je nach Blickwinkel lässt sich die Gegenwart mit ganz unterschiedlichen Begriffen bezeichnen. Der Frage, welche Beschreibungsversuche es gibt und wie diese wiederum unsere Wahrnehmung und Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit beeinflussen, widmet sich ein Workshop der Universität Oldenburg vom 8. bis 10. Oktober.
Zwölf hochkarätige ReferentInnen aus Natur-, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sind bei dem Workshop „Gegenwartsdiagnosen – Modellierungen der Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive“ im Schlauen Haus (Schlossplatz 16) zu Gast. Dazu zählen unter anderem die Oldenburger Politologin und Philosophin Prof. Dr. em. Antonia Grunenberg, der Soziologe Prof. Dr. Frank Hillebrand (Fernuniversität Hagen), Erziehungswissenschaftlerin Prof. i. R. Dr. Käte Meyer-Drawe (Universität Bochum), der Hildesheimer Philosoph Prof. i. R. Dr. Tilman Borsche und Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin. Das Ziel der OrganisatorInnen vom Wissenschaftlichen Zentrum Genealogie der Gegenwart (WiZeGG): Im interdisziplinären Austausch sollen innovative Fragestellungen und Forschungsansätze erörtert werden, um sich diesem bisher kaum oder nur von einzelnen Disziplinen bearbeitetem Forschungsfeld zu nähern. Für den dreitägigen Workshop können sich Interessierte unter wizegg@uni-oldenburg.de anmelden.
Das WiZeGG der Universität Oldenburg wurde im Sommer 2013 unter Federführung von Prof. Dr. Thomas Alkemeyer gegründet. Seine Mitglieder aus Human- und Gesellschaftswissenschaften, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Bildungs- und Sozialwissenschaften analysieren interdisziplinär die kulturellen Formen gesellschaftlicher Selbstproblematisierung.

Kontakt: Rea Kodalle, WiZeGG, Tel.: 0441/798-4849, E-Mail: wizegg@uni-oldenburg.de

 Link zur Pressemeldung auf uni-oldenburg.de

„Gegenwartsdiagnosen. Modellierungen der Gesellschaft in interdisziplinärer Perspektive”

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Workshop an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 8.–10. Oktober 2015

Unter den Schlagworten der „Kontrollgesellschaft“, der „Normalisierungsgesellschaft“, der „Kreativgesellschaft“ oder der „Kontingenzgesellschaft“ – um nur einige zu nennen – ringen derzeit eine Fülle von Gegenwartsdiagnosen um Deutungsmacht in der Aufmerksamkeitsarena der „reflexiven Moderne“ (Beck), die wiederum selbst eine solche Diagnose darstellt. Indem Gegenwartsdiagnosen paradigmatische Aussagen über die Wirklichkeit treffen, geben sie diese nicht nur als Wirklichkeit, sondern auch als eine bestimmte Wirklichkeit zu erkennen. Beglaubigt durch die wissenschaftliche Autorität, mit der sie aufgeladen sind, prägen sie als symbolische Repräsentationen des „gesellschaftlich Imaginären“ (Castoriadis) die soziale Praxis immer schon mit. Weiterlesen

„Schuld in der Geschichte. Die ‚Funktion‘ von Verzeihung im Spannungsfeld von Erinnern, Verdrängen, Vergessen”

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Workshop mit Prof. em. Dr. Klaus-Michael Kodalle

„Schuld in der Geschichte. Die ‚Funktion‘ von Verzeihung im Spannungsfeld von Erinnern, Verdrängen, Vergessen”

Seit der Antike wird über das Verzeihen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten nachgedacht. Das Christentum hat kein Deutungsmonopol, wenngleich es anfänglich kräftige Akzente setzte. In der neuzeitlichen Philosophie haben sich Hegel und Kierkegaard in prägender Weise dem Verzeihen gewidmet und dabei auch die Untiefen des Verzeihungsverständnisses nicht vernachlässigt. Das Profil des Begriffs ist im Spannungsfeld von Moral und Recht zu erörtern. Gibt es das Unverzeihliche? Hat das Verzeihen ‚seine‘ Zeit? Gerade im Bann der Staatsverbrechen und ihrer ‚Bewältigung‘ im 20. / 21. Jahrhundert bricht auch die Frage auf: Lässt sich die kollektive Festlegung auf ‚Aussöhnung‘ oder ‚unverzeihliche Schuld‘ mit der individuellen Perspektive des Opfers / des Überlebenden harmonisieren? Wer hat hier ‚Recht‘? Kann es darauf eine allgemeinverbindliche Antwort geben? Diskussionsgrundlage bildet Klaus-Michael Kodalles Verzeihung denken. Die verkannte Grundlage humaner Verhältnisse (2013).

Datum: 14.07.2015
Zeit: 10-16 Uhr
Ort: A03 1-109

Ihre Anmeldung richten Sie bitte an Bianca Pick unter folgender E-Mail-Adresse: bianca.pick@uni-oldenburg.de

Workshop: Prävention, Intervention und Responsibilisierung. Zur Genealogie und kulturellen Wirksamkeit von Gegenwartsdiagnosen

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Workshop: Prävention, Intervention und Responsibilisierung. Zur Genealogie und kulturellen Wirksamkeit von Gegenwartsdiagnosen

Der Workshop befasst sich aus geschichtswissenschaftlicher, soziologischer, kulturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive mit der „Genealogie“ (Foucault) und „kulturellen Wirksamkeit“ (Koschorke) von Gegenwartsdiagnosen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Handlungszusammenhängen wie dem Gesundheitswesen, dem Arbeitsmarkt oder der Umweltpolitik – nimmt also Fragen auf, wie wir sie im Rahmen des WiZeGG entwickelt haben. Entsprechend begreifen wir Gegenwartsdiagnosen als performative Elemente der Praxis in dem Sinne, als sie a) die Praxis (implizit) anleiten, b) als ein auf Wandel zielender Appell fungieren oder c) selbst als (Elemente oder Entwürfe) der Praxis wirksam werden können – und so als Organon der kulturellen Selbsttransformation fassbar werden. So drückt sich etwa am menschlichen Umgang mit „Naturgefahren“ seit dem 18. Jahrhundert eine spezifische Haltung gegenüber der Zukunft aus, die man nicht mehr passiv auf sich zukommen ließ, sondern aktiv – als präventive Herstellung von Sicherheit – zu bearbeiten versuchte. Vor diesem Hintergrund formte sich seit den 1970er Jahren die gesellschaftliche Sensibilisierung für ökologische Fragen in Transformationsszenarien aus, die das menschliche Zusammenleben im Zeichen ökonomischer wie ökologischer „Nachhaltigkeit“ projektieren. In vergleichbarerer Weise etablierten sich in der Arbeitswelt und dem Gesundheitswesen Konzepte, die darauf abgestellt sind, den Einzelnen als „selbstverantwortliches“ Subjekt einer zur „Präventionsgesellschaft“ rekonfigfurierten „Risikogesellschaft“ zu konstitutieren.

In dem Workshop soll es weniger darum gehen, elaborierte Forschungsergebnisse vorzustellen, als vielmehr Forschungsansätze (insbesondere den „Mehrwert“ eines genealogischen bzw. praxeologischen Zugangs) zu diskutieren und aus der eigenen Forschungswerkstatt zu berichten. Das Format sieht einen kurzen Input z.B. auf der Grundlage eines zuvor eingereichten Textes mit anschließender Diskussion entlang der oben skizzierten Fragestellung (insbesondere hinsichtlich der performativen Dimension von Gegenwartsdiagnosen unter den Aspekten der Prävention, Intervention und Responsibilisierung) vor.

OrganisatorInnen Nikolaus Buschmann, Malte Thießen, Rea Kodalle in Kooperation mit Nicolai Hannig (Ludwig-Maximilians-Universität München),
TeilnehmerInnen Matthias Leanza (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Frieder Vogelmann (Universität Bremen), Yen Sulmowski (Leuphana Universität Lüneburg) sowie aus Oldenburg Maxi Berger, Tomke Hinrichs, Christoph Haker, Nico Lüdke, Isabel Schnieder

Termin 1. Juli 2015, ab 19 Uhr: GET TOGETHER in der Caldero Bar, Am Markt 23, 26122 Oldenburg, Telefon: 0441-36137080
2. Juli, 10 – 18 Uhr: Workshop, Raum A03 1-109

Globale Mikrogeschichte. Chancen, Grenzen, Dimensionen

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Veranstaltungsankündigung

„Was ist und was kann Globale Mikrogeschichte?“ lautet die zentrale Frage des international besetzten Workshops, zu dem die Veranstalter die derzeit renommiertesten VertreterInnen der mikrogeschichtlichen Forschung gewinnen konnten.
Die aktuelle Globalisierungsforschung generell sowie deren methodisch-theoretische Konzeptualisierung bezieht sich nahezu ausschließlich auf das 20. und 21. Jahrhundert und interessiert sich vor allem für die weltweite Vernetzung ökonomischer Aktivitäten und Konsumverhalten.
In der Frühneuzeitforschung dagegen werden seit einigen Jahren Fragen globaler Verflechtungsprozesse im Kontext einer neuen „Weltgeschichte“ und der Problematisierung eurozentrischer Perspektiven und Wissenschaftsdiskurse diskutiert. Diese Erweiterung der Untersuchungsräume im Rahmen einer Globalgeschichte hat in jüngster Zeit allerdings Kritik ausgelöst. So merkte der Historiker David Sebouh Aslanian an: “What happens to human identity, subjectivity, agency, and the like when we supersize scale in historical analysis“? (AHR Dec 2013). Hier setzt der Workshop an und diskutiert methodische und theoretische Herausforderungen einer mikrohistorischen Perspektivierung globaler Zusammenhänge. Dabei interessieren soziale Praktiken, grenzüberschreitende soziale Interaktionen und weltweite Beziehungsnetze, kontingente Handlungs(spiel)räume und globale Kommunikationspraktiken sowie vergangenes Krisenmanagement auf Grassroots Ebene.

Gäste:
Prof. Dr. Margaret Hunt (Universität Uppsala, Schweden)
Prof. Dr. Hans Medick (Universität Göttingen, Deutschland)
Prof. Dr. István M. Szijártó (Universität Budapest, Ungarn)

Wo? Graduiertenkolleg “Selbstbildungen”, Raum A03 1-109, Universität Oldenburg
Wann? 17.06.2015 – 18.06.2015

Weitere Infos und das Programm sind unter H/SOZ/KULT verfügbar oder auf der Homepage der CvO Universität als PDF herunterzuladen.
Weitere Infos zur Abteilung Frühe Neuzeit unter: Prizepapers.