“Wer nicht die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft nicht gestalten.”

Zitat

Interview M. Thiessen… fasst der Mediziner Prof. Kohse die aktuelle Situation im Kampf gegen Seuchen zusammen. Aus kulturhistorischer Perspektive interssiert das WiZeGG-Mitglied Jun.-Prof. Dr. Malte Thießen vor allem wann und unter welchen Bedingungen sich überhaupt Aufmerksamkeitsfenster für Seuchen öffnen. Weiterlesen

Kurzmitteilung

Bilder des Unheils. Zum Umgang mit Naturgefahren seit 1800

Vortrag von Dr. Nicolai Hannig, 02.12.2014, 18-20 Uhr, BIS-Saal

Naturgefahren und Risiken sind ein fester Bestandteil der gesamten Menschheitsgeschichte. Der Schutz vor diesen Extremsituationen, deren Bewältigung, aber auch Überwältigung gehören seit jeher zu den Bedingungen gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Zulauf auf die Gegenwart vermag der Mensch jedoch immer weniger selbst für seinen Schutz zu sorgen, sondern überantwortet dies entsprechenden Einrichtungen. Der menschliche Wunsch nach Vorsorge veränderte sich und mit ihm die Ansprüche an staatliche Maßnahmen und Garantien. Gleichsam richtete sich die gesellschaftliche und individuelle Beziehung zur Natur neu aus: Neue Formen der Bewirtschaftung von Ängsten entstanden, die sich in immer neuen technischen Vorkehrungen, Schutzkommissionen, Versicherungsprodukten und Notfallreserven niederschlugen. Weiterlesen

Vortrag von Dr. Teresa Koloma Beck: Paradoxien des Pazifismus

Kurzmitteilung

Paradoxien des Pazifismus. Gewalt und Gewaltverbote in der Weltgesellschaft

Vortrag von Dr. Teresa Koloma Beck, 18.11.2014, 18-20 Uhr, BIS-Saal

Gewaltlosigkeit gilt als Distinktionsmerkmal moderner aufgeklärter Gesellschaften. Diese Idee formuliert sich in der politischen Philosophie des 17./18. Jahrhunderts und gewinnt ab dem späten 19. Jahrhundert auch in der Praxis der Politik an Bedeutung. Inzwischen ist das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu einer universale Gültigkeit beanspruchenden Norm geworden. Offensichtlich jedoch hat die Institutionalisierung dieser Norm die Anwendung physischer Zwangsmittel in Konflikten nicht zum Verschwinden gebracht. Allerdings hat sie die Bedingungen der Entstehung und Reproduktion von Gewaltkonflikten verändert. Denn die universalistische Norm der Gewaltlosigkeit macht die Gewalt selbst zu Skandal und führt dazu, dass Konflikte, in denen Gewalt beobachtet wird, in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erregen. Der Vortrag rekonstruiert diese Dynamiken in theoretischer und empirischer Perspektive und diskutiert deren bisweilen paradoxen Effekte.

Dr. Teresa Koloma Beck ist Leiterin der Nachwuchsgruppe “Urbane Gewalträume” am Centre Marc Bloch an der Humboldt Universität zu Berlin.